Das Buch Fotos digital - Basiswissen aktuell von Josef und Robert Scheibel ist eine umfassende Darstellung der aktuellen Technik der Digitalfotografie. Kurz und prägnant beschreiben die beiden Autoren, alle technischen Geräte, die in der digitalen Fotogarfie genutzt werden, und beschreiben die wichtigsten Arbeitsschritte, um zu einen digitalen Foto zu kommen.
Alle besprochenen Themen werden gut im Inhaltsverzeichnis aufgezählt, weshalb ich mir hier erlaube statt einer Beschreibung der Einfachheit halber die Kapitelüberschriften zu zitieren:
Einführung in die digitale Fotografie - Das digitale Bild - Bildsensor, Objektiv, Sucher und Display - Ausstattung, Funktionen und Bedienung - Stromversorgung: Akkus, Batterien, Netzgeräte - Mehr Möglichkeiten mit Zubehör - Fotografieren mit der Digitalkamera - Speicherung der Bilddaten - Übertragen der Bilddaten - Bildbearbeitung mit dem Computer - Digitale Fotos auf Papier - Vorführen auf Monitor, TV-Gerät oder Bildwand - Anhang: Tipps für die Kaufentscheidung - Glossar
Das Faszinierende an dem Buch ist die Genauigkeit, mit der die technischen Sachverhalte beschrieben werden. Die beiden Autoren verfügen über ein sehr großes Sachwissen und erlauben sich keine inhaltlichen Patzer und keine unnötigen Vereinfachungen. Trotz der Themenvielfalt bleibt das Buch gut lesbar und erinnert - auch durch das kleine Format - an klassische Sachbücher der 60er und 70er Jahre. Um solch ein genaues technisches Wissen zusammenzutragen, müsste man schon etliche Fotozeitschriften, Herstellerkataloge und Fachbücher lesen.
Das Buch ist vor allem für technikaffine Einsteiger, für Umsteiger von der analogen zur digitalen Fotografie und für Fortgeschrittene, die die ein oder andere Wissenslücke über die Technik der Digitalfotografie schließen wollen, zu empfehlen. Weniger zu empfehlen ist es für Einsteiger, die eine einfache praktische Einleitung benötigen, wie sie mit einer Digitalkamera Aufnahmen machen und zu einem fertigen Foto(abzug) kommen. Für diese Leser ist das Buch zu techniklastig, für sie könnte das Buch Fotos digital - Aufnahmepraxis von den gleichen Autoren interessant sein.
Update: Wer die Technik der digitalen Fotografie genauer verstehen möchte, dem ist auch das aktuelle Buch der beiden Autoren zu empfehlen, das im März 2010 erschienen ist: Basiswissen: Digitalfotografie verstehen und anwenden
In der Fotografie ist oft der Kontrast zwischen hellen und dunklen Bereichen in einem Motiv höher als der Tonwertumfang, den die Kamera darstellen kann. Ein typisches Beispiel ist der Himmel in Aufnahmen von Gebäuden oder Landschaften. Belichtet man das Gebäude richtig, erscheint der Himmel zu hell, entscheided man sich für den Himmel wird das Gebäude zu dunkel. Schließlich bleibt eben nur ein Kompromiss, der den wichtigsten Teil des Bildes richtig belichtet.
Bei der High Dynamic Range werden mehrere Aufanhmen eines Motives angefertigt, die sich nur in der Belichtung unterscheiden. Deshalb darf in den Motiven nicht zuviel Bewegung vorhanden sein und die Aufnahmen müssen mit einem Stativ angefertigt werden. In der einfachen Variante reicht ein normal belichtete Aufnahme und zwei Aufnahmen, die jeweils 2 Blenden unterbelichtet bzw. überbelichtet sind.
Die Fotos müssen dann mit einer besonderen Software kombiniert werden. Dabei entsteht erst mal ein Bild das einen so hohen Kontrast aufweist, das es auf einem Monitor oder als Ausdruck nicht mehr dargestellt werden kann. Beim anschließenden Tonmapping (deutsch etwa "Tonwertabbildung") wird der hohe Kontrastumfang wieder auf den darstellbaren Tonwertumfang reduziert.
Die HDR Fotos sind auf jeden Fall beeindruckend, wirken oft aber auch etwas künstlich. Ich vermute, dass bei den Kombination der Bilder und beim anschließenden Tonmapping, nicht alle Schritte genau den menschlichen Sehen entsprechen. Bei der Bearbeitung hat es der Fotograf natürlich auch in der Hand, die Tonwerte so zu kombinieren, das ein möglichst realistisches Bild entsteht. Oft ist wohl aber auch der etwas surreale Touch gewollt.
Bildbeispiele: HDR Fotografien bei Flickr.
Diesen Unterschied bemerkt man auch, wenn man aktuelle Bildbearbeitungssoftware kauft. Der Karton für Adobe Photoshop Elements 5.0 enthält auch ein gedrucktes Handbuch, bei Corel Paint Shop Pro XI klappert nur noch eine einsame CD im Karton. Als Paint Shop Pro noch der Firma Jasc gehörte, gab es ein gedrucktes, sehr ausführliches Benutzerhandbuch als Zugabe zur Software.
Natürlich kann man sich fragen, ob man wirklich eine gedruckte Anleitung zur Software benötigt. Viele Handbücher verstauben ungelesen im Regal und haben dazu beigetragen, dass ein Baum gefällt wurde. Auf der anderen Seite sind neuere Hanbücher oft sehr gut geschrieben, manchmal besser als Fachbücher aus dem Buchhandel. Und gemütlich auf dem Sofa versteht man oft vieles, was einem vor dem Bildschirm entgangen wäre.
Mein Vorschlag an die Hersteller: In jeden Karton eine Karte mit Registriernummer legen, mit der man sich kostenlos ein gedrucktes Handbuch bestellen kann. Das schont die Natur, denn nur jeder der Handbuch will, bekommt auch eines. Und es erhöht die Kundenzufriedenheit, denn wenn man kein Handbuch möchte, hat man eben trotzdem ein Angebot bekommen. Und letztlich wäre das etwas teurer als kein Handbuch zu liefern, aber eben auch billiger als in jeden Karton ein Hanbuch zu legen.